(96) Experimentelle Psychologie und Videospiele: Förderung von Kompetenzerleben, Beharrlichkeit und Interesse durch Umdeutung von Misserfolg und Scheitern

Date:

Contributors: Huber, S. E. , Auer, J., Boehlke, E., Edlinger, M., Ninaus, M.

Venue: 16. Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie, Salzburg, Österreich, April 9 - 11, 2026

Abstract: Videospiele bieten der psychologischen Forschung einen innovativen methodischen Zugang, um menschliches Verhalten jenseits traditioneller experimenteller Ansätze zu untersuchen. Ein wesentliches Merkmal von Videospielen ist die strukturelle Umdeutung von Misserfolg und Scheitern in motivierende Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten, was eine förderliche Wirkung auf Kompetenzerleben und Beharrlichkeit nahelegt. Um diese Hypothese empirisch zu prüfen, wurde ein Videospiel in zwei Versionen entwickelt, die sich in der Verfügbarkeit häufiger, sogenannter Checkpoints unterschieden. Von den 184 Studienteilnehmer:innen berichteten diejenigen, denen Checkpoints zur Verfügung standen, über signifikant geringere Frustration sowie höheres Kompetenzerleben. Letzteres wirkte sich zudem vermindernd auf erlebte Frustration aus. Darüber hinaus förderte die Verfügbarkeit von Checkpoints die Motivation der Spieler:innen, die Spielwelt zu erkunden. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von digitalen Spiel“räumen“, durch die Umdeutung von Misserfolgen als integralen Bestandteil der (Lern-)Erfahrung, Kompetenzerleben, Beharrlichkeit und Interesse zu fördern.

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