(95) Kinder mit spezifischen Lernstörungen schätzen ihre Leistung bei Lernaufgaben mit Gamification besser ein und zeigen größere Lernbereitschaft

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Contributors: Ninaus, M. , Dresen, V., Huber, S. E., Kiili, K., Dondio, P., Weiss, E. M., Moeller, K.

Venue: 16. Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie, Salzburg, Österreich, April 9 - 11, 2026

Abstract: Kinder mit Dyskalkulie zeigen geringere Selbstwirksamkeit und mehr Angst bei mathematischen Aufgaben. Neben Schwierigkeiten in grundlegenden mathematischen Fähigkeiten beeinträchtigen solche nicht-kognitiven Faktoren ihre Leistungen in Mathematik. Gamification bzw. Spielelemente hingegen können Leistung, Motivation und Anstrengungsbereitschaft fördern. Diese Studie untersuchte die Wirkung von Gamification bei mathematischen Aufgaben für Kinder mit Dyskalkulie, Dyslexie oder beidem. Sechzig Kinder bearbeiteten eine digitale Spielversion, eine digitale Nicht-Spiel-Version und eine Papier-Bleistift-Version einer Zahlenstrahlaufgabe. Wie erwartet berichteten Kinder mit Dyskalkulie über höhere Mathematikangst als Kinder mit Dyslexie. Spielelemente beeinflussten die Leistung nicht, was auf keine kognitive Überlastung hindeutet. Dennoch bevorzugten die Kinder die Spielversion und glaubten, darin am besten abgeschnitten zu haben. Diese Präferenz und die höhere subjektive Leistungseinschätzung deuten darauf hin, dass Spielelemente negative Gefühle gegenüber Mathematik verringern und möglicherweise die Entwicklung von Selbstwirksamkeit fördern können.