(97) Digitale Lernaufgaben mit Spielelementen verbessern Selbstwirksamkeit und Lernbereitschaft bei Kindern mit Lernentwicklungsstörungen

Date:

Contributors: Dresen, V. , Ninaus, M., Huber, S. E., Kiili, K., Dondio, P., Weiss, E. M., Moeller, K.

Venue: XXXIX. DGKJP Congress, Würzburg, Germany, April 22 - 25, 2026

Abstract:
Hintergrund und Fragestellung: Eine Lernentwicklungsstörung mit Beeinträchtigung in Mathematik erschwert den Erwerb mathematischer Fähigkeiten und Konzepte. Neben kognitiven Defiziten leiden betroffene Kinder häufig unter geringer Selbstwirksamkeit und starker Mathematikangst, welche sich wiederum negativ auf ihre mathematische Leistung und Einstellung auswirken. Traditionelle Förderansätze fokussieren sich hauptsächlich auf mathematische Fertigkeiten. Spielelemente im digitalen Lernen bieten einen vielversprechenden Weg, auch nicht-kognitive Faktoren zu adressieren. Ziel der Studie ist, die Effekte von Spielelementen in digitale Mathematikaufgaben auf kognitive und nicht-kognitive Faktoren bei Kindern mit Lernentwicklungsstörungen zu evaluieren.
Methodik: 60 Kinder (25w, 35m; Alter: M=124 Mo, SD=20 Mo) mit Lernentwicklungsstörungen nahmen an der Studie teil (N=22 mit Beeinträchtigungen in Mathematik, N=13 mit Beeinträchtigungen in Mathematik sowie im Lesen und/oder Schreiben und N=25 mit Beeinträchtigungen im Lesen und/oder Schreiben). Alle Kinder bearbeiteten eine Zahlenstrahlaufgabe in drei verschiedenen Formaten (digitale Version mit Spielelementen, digitale Version ohne Spielelemente, Papier-Bleistift-Version) und beantworteten Fragebögen zu den nicht-kognitiven Faktoren.
Ergebnisse: Kinder in der Gruppe mit Beeinträchtigungen in Mathematik zeigten eine höhere Mathematikangst und mehr Schätzfehler, wobei keine Leistungsunterschiede zwischen den Aufgabenformaten beobachtet wurden. Allerdings wurde die digitale Version mit Spielelementen gruppenübergreifend signifikant bevorzugt. Zudem nahmen die Kinder ihre eigene Leistung in der Version mit Spielelementen als am besten wahr, ohne ein Feedback zu erhalten.
Diskussion und Ausblick: Diese Studie beleuchtet den nuancierten Einfluss, den Spielelemente auf Lernsituationen von Kindern mit Lernentwicklungsstörungen haben können, insbesondere im Hinblick auf ihre nicht-kognitiven Aspekte. Obwohl die hinzugefügten Spielelemente zu keinem signifikanten Leistungsunterschied führten, verbesserten sie spürbar die Selbstwirksamkeit der Lernenden. Diese positiven nicht-kognitiven Einflüsse des spielbasierten Lernens könnten als Sprungbrett für ein gesteigertes Engagement und anhaltende Anstrengung beim Mathematiklernen dienen - insbesondere bei Kindern mit Lernentwicklungsstörungen.